Ein Donnerstagabend wie jeder Andere..
Er saß in seinem Tutorat zur französischen Literaturwissenschaft. Gefühlt war es 10 Uhr abends, als sich 30 Hände in klopfendem Rhythmus auf die Tische senkten, um das Ende anzudeuten. Mühsam erhob er sich aus seinem Stuhl, als seine Augen auf eine Kommilitonin fielen, die gerade, ebenso wie er äußerst erleichtert scheinend, herzhaft zu gähnen begann.
Er kämpfte sich die Treppen empor, nahm seine Jacke und seine Tasche aus der Ablage, als er sie wiedersah. Bevor seine Gehirnwindungen wieder ausreichend zur Stelle waren, um ihm passendere Worte in den Mund zu legen, sagte er ihr: „Dein Gähnen hat mich sehr inspiriert“. Sie lachte herzlich; er konnte nicht anders, als miteinzustimmen, als ihm die amüsante Unangemessenheit seiner Worte bewusst wurde. Sie verabschiedeten sich, immer noch mit einem Lächeln um den Mund.
Als er sich schließlich mit dem Fahrrad durch feindseligen Nebel und Kälte gekämpft hatte, tauchte er ein in die Cyberwelten, suchte die Dame in einem wohlbekannten sozialen Netzwerk, war glücklich und zufrieden mit seinem Tagewerk und ließ seine Worte wahr werden.
Er schlief glücklich und zufrieden bis lange in den nächsten Morgen hinein.
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